XII DIE REICHSBEWEGUNG

 

Dieser politische und biologische Nachkriegsfeldzug konnte allerdings nur gelingen, weil die deutsche Volksseele gelähmt ist durch die Festschreibung einer „singulären“ Schuld, die zu hinterfragen in der Bundesrepublik und manchen anderen Ländern gerichtlich bestraft wird. Das so entstandene Schuldgefühl hat den Deutschen das Rückgrat gebrochen. Der fehlende Widerstandsgeist ermöglicht
es nun, unsere Kultur und unsere Menschenart bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden, was von vielen nachdenklichen Europäern nur mit Verzweiflung und Verbitterung mit angesehen werden kann.

 

Jener Machtkomplex aber, der als Verursacher und Garant dieser Entwicklung betrachtet werden muss, beginnt
allmählich zu wanken. Die Deutschen könnten seine Entmachtung dadurch unterstützen, dass sie die BRD als
das wahrzunehmen beginnen, was sie ist, nämlich ein staatsähnliches Provisorium zur Verwaltung und Beruhigung des deutschen Volkes. Es bedarf nur des politischen Willens der Deutschen, um das Reich wieder aufzurichten zu dem Zeitpunkt, in dem der Gegner zu schwach wird, es zu verhindern.

 

Eine Reichsbewegung, die sich nun im Volk ausweiten muss, wird das Deutsche Reich als selbstbestimmten
Lebensraum des deutschen Volkes und als Wirkensstätte des deutschen Geistes wieder aufwecken und es zunächst auf dem Gebiet der heutigen BRD und der Republik Österreich von neuem handlungsfähig machen. Anschliessende Friedensverhandlungen mit den ehemaligen Siegern von 1945 haben, wie oben dargestellt, bezüglich des Staatsgebietes von den Grenzen von 1914 bzw. 1939 auszugehen. Auch andere Gebiete deutscher und niederdeutscher Sprache sollen aber später die Möglichkeit haben, nach Wunsch dem Reichsverband beizutreten.

 

Die europäischen Nationalstaaten müssen im kommenden politischen und wirtschaftlichen Umbruch zu einer
bewussten Lebensgemeinschaft heranwachsen, die mehr ist als die bürokratische und von raumfremden Mächten bestimmte EU, nämlich ein Europa der Vaterländer, eine Europäische Eidgenossenschaft. Sie werden ihr natürliches und vitales Interesse darin sehen, einen starken Mittelpunkt in Zentraleuropa zu haben: ein handlungsfähiges Deutsches Reich. Nur so wird Europa als handelndes Subjekt in die Weltgeschichte zurückkehren.

 

Die Reichsbewegung kann nicht die Absicht haben, eine neue Organisation in Konkurrenz zu bestehenden Parteien oder sonstigen politischen Vereinigungen zu bilden. Sie steht ja als solche nicht auf dem Boden der Bundesrepublik und hält sich vom parteipolitischen bundesrepublikanischen Alltag fern. Das heisst aber nicht, dass die Träger der Reichsbewegung „verfassungsfeindlich“
wären. Sie anerkennen, dass die bundesrepublikanischen Behörden und Institutionen zur Aufrechterhaltung von
Ruhe und Ordnung nötig sind, bis ein geordneter Übergang von der BRD ins Deutsche Reich stattfinden kann.
Die Reichsbewegung arbeitet somit nicht gegen die BRD, sondern sie möchte zusammen mit den bundesrepublikanischen Behörden die Überwindung des Provisoriums und die Errichtung des definitiven Zustandes bewirken.

 

Die Reichsbewegung arbeitet auf den Zeitpunkt hin, an dem das deutsche Volk wieder die Kraft zur Selbstbestimmung und damit zu seiner selbst gewählten Staatsform findet. Das ist ja, wie der Leser bereits weiss, ausdrücklich vorgesehen im revidierten Artikel 146 des Grundgesetzes der BRD, während das Bundesverfassungsgericht – wir wiederholen es noch einmal – im Leitsatz der Entscheidung vom 31. 07. 1973 zum Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR (BVerfGE 36,1) bestätigt:

 

„Es wird festgehalten, dass das Deutsche Reich den Zusammenbruch
1945 überdauert hat und weder mit der Kapitulation noch
durch Ausübung fremder Staatsgewalt in Deutschland durch die
Alliierten noch später untergegangen ist. Es besitzt nach wie vor
Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat mangels Organisation
nicht handlungsfähig. Die BRD ist nicht Rechtsnachfolger
des Deutschen Reiches…“

 

Artikel 146 Grundgesetz (Geltungsdauer):
„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit
Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert
seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft
tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen
worden ist.“

 

Die Verfassung, von der in diesem Artikel 146 die Rede ist und die „von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist“, das ist die Reichsverfassung von 1919 mit den Änderungen bis 1945. Sobald die Organe des Reiches die faktische Staatsgewalt übernehmen können, wird diese Verfassung samt allen zugehörigen Gesetzen wieder praktisch für das ganze Volk wirksam. Ab dann können auch die allfällig nötigen Anpassungen an die Gegenwart vorgenommen werden, wenn das deutsche Volk sie wünschen wird.

 

„Wollen wir der Güte Gottes keine Grenzen setzen“, so sagte der ehemalige Bundestagspräsident Rainer
Barzel zu Otto Schily auf einer Diskussionssendung des Zweiten Deutschen Fernsehens am 23. Mai 1990, „dass das Deutsche Reich doch wiederkommt.“